Zuhause laden

Egal ob Parkplatz vorm Haus oder in der Tiefgarage, für die Wohnungswirtschaft wird das Thema Lademöglichkeit zunehmend interessant.

Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch

Die Bandbreite der Elektromobilität reicht von vollelektrischen Fahrzeugen, also solchen, die ausschließlich elektrisch angetrieben werden, bis zu solchen, bei denen der Elektroantrieb nur einen Teil zum Antrieb beisteuert - sogenannten Hybriden.

Wie kann ich ein Elektrofahrzeug zuhause laden?

Ob Elektroauto, -fahrrad oder Motorrad - alle diese Fahrzeuge können zuhause geladen werden. Auf diesen Seiten erfahren Sie, welche Möglichkeiten es für das Laden von Elektrofahrzeugen zuhause gibt, welche technischen Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen und was zu tun ist, um Fördergelder dafür zu bekommen.


Die "richtige" Ladeleistung

Elektrofahrzeuge unterscheiden sich in ihrer Ladegeschwindigkeit. Als Kompromiss aus Investitionskosten, technischen Rahmenbedingungen und Ladezeit empfehlen wir eine Ladeleistung von 11kW. Das genügt, um das Fahrzeug innerhalb der typischen Standzeiten wieder aufzuladen. Die meiste Zeit des Tages steht ein Fahrzeug für mehrere Stunden an einem Ort, sodass ein langsamer, batterie- und netzschonender Ladevorgang vollkommen ausreichend ist.

Lastmanagement

Falls mehrere Elektrofahrzeuge gleichzeitig geladen werden müssen hilft dabei das sogenannte Lastmanagement. Es stimmt die Ladevorgänge dann harmonisch aufeinander ab, so dass alle Fahrzeuge nach Bedarf geladen werden können.


Ladeinfrastruktur am Wohnort

Der private Raum ist für das Laden von Elektrofahrzeugen besonders attraktiv, weil privat genutzte Elektrofahrzeuge dort oft lange ungenutzt stehen - z. B. über Nacht. Deshalb genügt auch eine geringe Ladeleistung (Normalladung) aus.

Wallbox oder Ladesäule empfohlen

Man kann Elektrofahrzeuge an einer üblichen Haushaltssteckdose aufladen. Dennoch empfehlen wir dafür eine Wallbox bzw. Ladesäule, weil diese den Ladevorgang überwachen und über ergänzende Schutzvorrichtungen verfügen.

Wallbox und klassische Ladesäule

Grundsätzlich kann Ladeinfrastruktur in zwei Varianten unterteilt werden: kompakte Wallboxen, die entweder an der Wand oder Decke montiert werden und robuste Stand-Ladesäulen, die meist für den öffentlichen Bereich vorgesehen sind. Beide Varianten sind im Innen- und Außenbereich einsetzbar und werden mit und ohne Abrechnungs- und Bezahlsystemen angeboten.

LadeeinrichtungWallboxLadesäule
Ladepunktemeist nur 1 Ladepunktmeist 2 Ladepunkte
Ladeleistung3,7kW bis 22kW3,7 kW bis 22kW
Montagewand-, deckenhängendfreistehend, mit Fundament
StromartWechselstrom (AC)Wechselstrom (AC)
Verwendungprivater Raumöffentl. zugängl. Raum

 

 

© innogy SE
© innogy SE

Ladeinfrastruktur am entfernten Stellplatz

Im öffentlichen und halböffentlichen Raum gibt es in Deutschland über 11.000 Ladestationen. Das neue Förderprogramm sieht vor, die flächendeckende Versorgung mit Ladestationen deutlich zu verbessern. Bis 2020 sollen 300 Millionen Euro für insgesamt 15.000 Ladesäulen bereitgestellt werden. Entlang der Hauptverkehrsachsen wie Autobahnen und in Ballungsräumen in Deutschland sollen zudem Schnellladestationen eingerichtet werden.

Zukünftig zentrale Erfassung für optimale Sichtbarkeit

Zukünftig werden alle Ladesäulen bei der Bundesnetzagentur registriert. Zugang und Art der Stecker sowie die Abrechnungsverfahren sind standardisiert. Ebenso wird es an jeder Ladesäule die Möglichkeit geben, elektronisch zu bezahlen, wie es an Supermarktkassen und Tankstellen üblich ist. Ziel ist es, eine reichweitengerechte Dichte an Ladestationen zu erreichen, die für den Kunden mindestens so komfortabel zu nutzen sind, wie eine konventionelle Tanksäule.


Rechtliche Rahmenbedingungen

Wohnungseigentümer

Vor dem Aufbau einer Ladestation auf dem eigenen Stellplatz muss das Einverständnis der Miteigentümer erfolgen, da es sich bei dem Stellplatz um Gemeinschaftseigentum handelt. Jedoch fällt der Aufbau einer Ladestation nicht unter den „Mitgebrauch“ (§ 13 Abs. 2 Satz 1 WEG), sondern ist eine bauliche Veränderung, die über die ordnungsgemäße Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums hinausgeht und somit einer Genehmigung der Wohnungseigentümergemeinschaft bedarf (§ 22 Abs. 1 WEG).

Derzeit noch eher ungünstige Rechtslage - Änderungen vorgesehen

Maßnahmen zur Herstellung eines Energieanschlusses im Rahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung einer Wohnanlage sind zwar von den anderen Eigentümern zu dulden (§ 21 Abs. 5 Nr. 6 WEG), jedoch bezieht sich dies nur auf die Herstellung eines "Mindeststandards nach dem Stand der Technik" – und dazu gehören Ladestationen für Elektro-Autos zumindest bei bereits bestehenden Tiefgaragen nicht (Urteil vom 21.01.2016, Az. 36 S 2041/15).

Mieter

Im Fall eines Mietverhältnisses bedarf der Aufbau einer Ladestation dem Einverständnis des Vermieters, da es sich bei dem Stellplatz um Fremdeigentum handelt und der Aufbau einer Ladestation eine bauliche Veränderung ist.

Lösung ist in Sicht

Um an dieser Stelle Rechtssicherheit zu schaffen, wurde am 15. Dezember 2017 vom Bundesrat der Gesetzesentwurf zur „Änderung des Wohnungseigentumsgesetzes und des Bürgerlichen Gesetzbuchs zur Förderung der Barrierefreiheit und Elektromobilität“ beschlossen. Dadurch soll eine Regelung in das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) aufgenommen werden, dass die erforderliche Zustimmung entbehrlich ist, wenn die Maßnahme für die Installation einer Ladestation für Elektrofahrzeuge erforderlich ist.

Regelung vorgesehen, die Zustimmung Anderer für Lademöglichkeit überflüssig macht

Äquivalent zur Änderung des Wohnungseigentumsgesetzes soll mit dem links genannten Gesetzesentwurf ebenfalls das Mietrecht angepasst werden. Dazu soll der Mieter vom Vermieter verlangen können, der baulichen Veränderung zuzustimmen, so wie es bereits im aktuellen Recht für eine behindertengerechte Nutzung der Mietsache möglich ist (§ 554a BGB).

Verbesserung im Koalitionsvertrag angekündigt

Im aktuellen Koalitionsvertrag wird die Verbesserung der juristischen Situation auch als offizielles Ziel festgelegt, dies muss aber nicht zwingend durch Zustimmung des oben erwähnten Gesetzesentwurfs geschehen. Wortwörtlich heißt es dazu im Koalitionsvertrag:

„Den Einbau von Ladestellen für Elektrofahrzeuge von Mieterinnen und Mietern sowie Wohnungseigentümerinnen und Wohnungseigentümern werden wir rechtlich erleichtern.“

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