21. Aachener Kolloquium Fahrzeug- und Motorentechnik – der Blick in die Zukunft

Mit über 1.800 Teilnehmern war das 21. Aachener Kolloquium nicht nur vollständig ausgebucht, sondern gewährte im Rahmen von über 100 hochkarätigen Fachvorträgen und einer dicht gepackten Fachausstellung einen hochspannenden Blick in die Zukunft.

Nach der Begrüssung durch den Rektor der RWTH Aachen, Prof. Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg, betonte der Wirtschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen Garrelt Duin die Bedeutung der Automobilindustrie nicht nur für das Land, sondern bezeichnete diese als Eckpfeiler der europäischen Wirtschaft, den es weiter auszubauen gilt. Die Politik müsse durch Förderung und geeignete Rahmenbedingungen den raschen Transfer von innovativen Ideen in erfolgreiche Produkte unterstützen.

Dr. Ulrich Eichhorn, Geschäftsführer des VDA, verdeutlichte anhand von Daten des Bundesumweltministeriums, dass mit modernen Kraftfahrzeugen die Emissionen des Straßenverkehrs gemessen an anderen alltäglichen Quellen immer mehr in den Hintergrund rücken. Auch Ron Borsboom, Mitglied des DAF-Vorstands, unterstrich, dass nach Einführung der Euro 6 Abgasnorm die Reduktion des Kraftstoffverbrauchs oberste Priorität haben muss und schloss eine Hybridisierung schwerer Nutzfahrzeuge nicht aus. Paul Mascarenas, der die Forschung von Ford weltweit leitet, mahnte zur industrieübergreifenden Zusammenarbeit, um einen globalen „Gridlock“ zu vermeiden, d.h. ein Blockieren unserer Verkehrsinfrastruktur aufgrund von Überlastung.

In der Fachausstellung waren nicht nur zahlreiche Innovationen aus dem Bereich der Verbrennungsmotoren zu begutachten, sondern auch erste Ergebnisse großer öffentlicher Projekte zur Elektromobilität. In dem gemeinsamen Projekt e performance der Audi AG, der AEV, der RWTH Aachen und der Bosch Engineering GmbH ist – gefördert durch das BMBF - ein hoch innovativer Baukasten für Elektrofahrzeuge entstanden, der am Beispiel eines Audi R8 ausgestellt wird. Eine im Crash deformierbare Batterie, eine extrem kompakte Elektromaschine mit integriertem Differential und eine modulare E/E-Architektur sind nur drei der vielen Innovationen, die das Institut für Kraftfahrzeuge der RWTH Aachen gemeinsam mit den elektrotechnischen Instituten ISEA und IEM konzipiert und prototypisch realisiert hat.

Am Stand der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen mbH (fka) kann man noch weiter in die Zukunft blicken. In einem Spantenmodell des Forschungsfahrzeugs SpeedE kann man das Potential eines innovativen Lenksystems erleben, welches erst durch den elektrischen Einzelradantrieb der Hinterräder möglich wird: die Vorderräder können doppelt so stark eingeschlagen werden, so dass das Fahrzeug um das kurveninnere Hinterrad wenden kann. Damit reduziert sich nicht nur der Wendekreis erheblich, sondern es können auch vielfältige Assistenzfunktionen dargestellt werden. Gesteuert wird das Fahrzeug mit futuristisch anmutenden „Sidesticks“, wie sie heute schon in jedem modernen Flugzeug eingesetzt werden. Auch dort haben mit der zunehmenden Automatisierung der Flugzeugführung joystickähnliche Handstellteile die lenkradähnlichen Steuerhörner abgelöst, um mehr Platz für bessere Anzeigen und den Piloten selbst zu schaffen. 12ika0027-1 09.10.2012 3/3 Letztlich geht es bei diesem Exponat wie auch in vielen Fachvorträgen um die Frage, wie mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugkonzepten ein Kundennutzen dargestellt werden kann, der heutige und zukünftige Generationen von Autofahrern zu einem Umstieg bewegt. Denn die Elektromobilität ist mit ihren vielfältigen Antriebskonzepten längst ein fester und notwendiger Bestandteil der Produkt-Roadmaps global agierender Automobilhersteller geworden, um die ambitionierten CO2- Ziele im Jahr 2020 zu erreichen.

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