Emobile Kommunen

Dortmund setzt auf Elektromobilität

Dortmund ist bei der Elektromobilität in NRW ganz weit vorn

Optimale Zusammenarbeit aller Beteiligten

Dortmund ist in Nordrhein-Westfalen in Sachen Elektromobilität sehr gut aufgestellt. Hauptgrund dafür ist die sehr gute Zusammenarbeit aller maßgeblichen Akteure, die notwendig sind, um bestehende Hürden zu überwinden und Innovationen – wider anfängliche Schwierigkeiten – offen entgegen zu treten.

Stadt – Hochschulen – Bürgerinnen und Bürger gemeinsam

Eine wichtige Schnittstelle dieser Kooperation ist Kurt Pommerenke. Er zeichnet als Projektmanager Energie & Umwelt bei der Wirtschaftsförderung Dortmund für die Geschäftsstelle Masterplan Energiewende sowie die Geschäftsstelle Lenkungskreis Elektromobilität verantwortlich. „Dortmund hat schon sehr lange eine Affinität zur Elektromobilität – über 100 Jahre“, sagt Pommerenke mit einem Augenzwinkern. Gemeint sind die Straßenbahnen, die bereits so lange durch die Stadt fahren.

Großes bürgerschaftliches Engagement und Unterstützung durch die Politik

Ein Grundpfeiler des hiesigen Erfolgs der Elektromobilität sei das gute bürgerschaftliche Engagement. Den Anfang machte ISOR, die Initiative Solarmobil Ruhr e. V. „Es war das Verdienst des damaligen ISOR-Vorsitzenden, Herrn Petrusch, dass das Thema Elektromobilität damals hier in Dortmund angeschoben wurde“, erinnert sich Kurt Pommerenke. Das war bereits 1989. Als die Bundesregierung 2008 beschloss, die Elektromobilität in großem Stil zu fördern, war das die Initialzündung. „Die Hochschulen haben sich damals bereits damit beschäftigt.“

Ein Oberbürgermeister mit Klimaschutz- und Stadtplaner-Hintergrund

„Als weiterer Glücksfall kam dazu, dass wir mit unserem jetzigen Oberbürgermeister Herrn Sierau einen international denkenden Raumplaner haben, der  neben anderen Themen den Klimaschutz, die Nachhaltigkeit oder die Bürgerbeteiligung eine große Bedeutung beimisst.“ Ullrich Sierau war vor seiner Wahl zum Stadtoberhaupt u. a. Direktor des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (ILS) in Dortmund und wurde dann Umwelt- und Planungsdezernent der Stadt Dortmund. Bei seinem letzten Wahlkampf nutzte er – konsequent und werbewirksam – ein Elektro-Auto. Auf dieser Basis verläuft die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten bis heute äußerst fruchtbar und reibungslos. „Auch die Lokalpresse berichtet wohlwollend“, ergänzt Pommerenke.

Engagierte Hochschulen und Aktivitäten auf Landes-Ebene

Parallel zu diesen positiven Entwicklungen nahm die Wirtschaftsförderung Kontakt zu den Hochschulen auf. „Eine unserer damaligen Hauptaufgaben war das Technologie-Scouting“, erklärt Pommerenke. Als ein Ergebnis dieser Bemühungen kooperierten die TU Dortmund und die damalige RWE eng bei der Durchführung mehrerer Elektromobilitätsprojekte, die mit hohen Summen gefördert wurden. Auch die Fachhochschule nahm sich des Themenkomplexes Elektromobilität an. Diesen Prozess begleitend brachte man sich früh auf Landes-Ebene in Gremien rund um die Elektromobilität ein. „Ein wichtiger, unterstützender Faktor war und ist die Tatsache, dass der Klimaschutz in Dortmund von großer Bedeutung ist. Die Stadt hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, ihren CO2-Ausstoß 2020 um 40% im Vergleich zu 1990 zu reduzieren.“

Zentrales Gremium Lenkungskreis und stetiger Ausbau der Lade-Infrastruktur

Mit dem Lenkungskreis Elektromobilität existiert in Dortmund ein klar definierter Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Elektromobilität, in dem Spezialisten für jeden einzelnen Bereich vertreten sind und in dem gemeinsam Ideen zum Thema entwickelt werden. Dortmund hat die Zahl seiner Ladepunkte von 2009 bis heute auf rund 200 verzehnfacht und die PKW-Flotte der Stadt wird Stück für Stück weiter elektrifiziert. „Ich sehe die Zukunft der Elektromobilität optimistisch“, schließt Kurt Pommerenke. „Es wird ein paar Jahre länger dauern, aber es ist eine langsame Steigerung festzustellen. Wir befinden uns am Beginn des Markthochlaufs.“ Zunehmende Probleme mit der Luftreinhaltung könnten der Elektromobilität einen zusätzlichen Aufschwung bescheren. „Einen weiteren richtigen Schub wird´s dann geben, wenn wir zum Autonomen Fahren kommen.“


Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB)

Kölner Elektro-Busse sorgen für gute Luft

Acht Elektro-Busse der Linie 133 rollen seit dem 3. Dezember vergangenen Jahres geräuscharm durch Köln. Die Anschaffung der Busse kostete 5,6 Millionen Euro. Dadurch wird der CO2-Austoß um rund 520t im Jahr reduziert. Bis 2021 steht die erste Ausbaustufe der E-Mobilität im Busverkehr an: Bis dahin sollen sechs weitere Linien umgestellt werden.

Nach zehn Monaten Testbetrieb rollen die Busse zwischen dem Breslauer Platz am Kölner Hauptbahnhof und dem Südfriedhof in Zollstock leise und schadstofffrei durch Köln. Acht batteriebetriebene Gelenkbusse übernehmen dort den regulären, täglichen Liniendienst auf der sieben Kilometer langen Strecke. Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) werden so zu einem Vorreiter in Nordrhein-Westfalen, vor allem in Hinblick auf einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Innenstädten. Langfristig hat sich Köln das Ziel gesetzt, weite Teile der Flotte von Diesel auf Strom aus regenerativen Energiequellen umzustellen. Bereits im Februar dieses Jahres entschied das Unternehmen, bis 2021 sechs weitere Bus-Linien auf den E-Bus-Betrieb umzustellen. Hierfür werden etwa 50 Solo- bzw. Gelenkbusse mit Batterie angeschafft.

Die CO2-Bilanz kann sich sehen lassen: Die KVB kommt insgesamt auf einen CO2-Ausstoß von rund 26 Gramm je Fahrgast-Kilometer. Laut DEKRA stößt ein Kleinwagen mit einem Verbrauch von 5,9l Benzin auf 100 Kilometer dagegen bereits rund 117 Gramm CO2 je Personen-Kilometer aus. Die E-Busse bieten, genauso wie die konventionellen Gelenkbusse der KVB, den Fahrgästen 43 Sitz- und 82 Stehplätze. Sie besitzen drei Türen und sind durchgängig barrierefrei. Die Fahrgäste profitieren insbesondere davon, dass die E-Busse wesentlich leiser sind als Busse mit Verbrennungsmotor. Das erhöht den Fahrkomfort deutlich und wurde bereits in der Testphase von den Fahrgästen honoriert. Im Stadtbild fallen E-Busse des Herstellers VDL durch ihr typisches Außendesign auf, das sich von den Bussen anderer Hersteller unterscheidet.

Fördermittel vom Land NRW sorgen für sauberere Luft

Der Erwerb der acht E-Busse kostete 5,6 Millionen Euro. Ein einzelner batteriebetriebener Gelenkbus kostet 696.000€. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Gelenkbus mit Dieselantrieb kostet rund 300.000€. Hinzu kamen Kosten zur Anpassung der Infrastruktur in der Werkstatt und wissenschaftliche Beraterleistung. Die Investition für die Linie 133 war nur möglich, weil das Land Nordrhein-Westfalen das Projekt mit einer Förderung von 1,92 Millionen Euro unterstützt hat.

Vor der Umstellung der Linie 133 wurden die E-Busse und ihr Einsatz auf dem konkreten Linienweg ausgiebig getestet. Im mehrstufigen, rund zehn Monate andauernden, Testprogramm stand zunächst die fehlerfreie Herstellung und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge auf dem Prüfstand. Im Anschluss wurden die E-Busse auf dem Linienweg eingesetzt.

Die RheinEnergie ist ein wesentlicher Partner im E-Bus-Projekt. Die Konzernschwester der KVB hat den Aufbau und den Betrieb der Ladeinfrastruktur zur Versorgung der E-Busse mit elektrischer Energie übernommen. Das Projekt ist der Einstieg der RheinEnergie in die DC-Schnellladetechnik mit Leistungen von 50.240kW. Auch die Ladeinfrastruktur der RheinEnergie hatte alle Tests erfolgreich bestanden. Das Projekt ist auf eine relativ lange Laufzeit, mit intensivem Test der Bustechnik und der örtlichen Betriebsumgebung, ausgelegt und bisher fahren die acht E-Busse reibungslos im täglichen Liniendienst.

Dieser Text ist eine gekürzte Fassung eines Textes von der EnergieAgentur.NRW. Lesen Sie den vollständigen Text hier.


Düsseldorf

E-Carflex Business: Betriebs- und Geschäftsmodell für E-Fahrzeuge

In dem Modellprojekt wurde ein Betriebs- und Geschäftsmodell für E-Fahrzeuge von Unternehmensflotten entwickelt und erprobt, mit dem eine hohe Fahrzeugauslastung erreicht werden sollten.

Kern des Betriebs- und Geschäftsmodells war die stufenweise Zusammenführung von E-Fahrzeugen der Projektpartner zu einem gemeinsamen Pool. Von der Landeshauptstadt Düsseldorf und den Stadtwerken Düsseldorf wurden zehn bzw. neun Elektro-PKW und vom Projektpartner Drive-CarSharing zwölf Elektro-PKW angeschafft und in den Pool eingebracht. Von den Stadtwerken Düsseldorf wurde im Rahmen des Projektes die Ladeinfrastruktur im Düsseldorfer Stadtgebiet von 40 bereits bestehenden Ladestationen um 30 weitere Ladesäulen aufgestockt.

Die benötigte Nachfrage wurde durch eine Kombination von betrieblicher Nutzung (Phase I), privater Nutzung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen (Phase II) sowie durch Verleih an externe Kundinnen und Kunden (Phase III) erreicht.

Die im Rahmen des Projekts vom Wuppertal Institut durchgeführte Begleitforschung hatte das Ziel die Gewinnung von übertragbaren Erkenntnissen zu den Bedingungen, unter denen sich ein Konzept wie E-Carflex Business realisieren und wirtschaftlich betreiben lässt. Außerdem wurde eine Schätzung der Auswirkungen auf die CO2-Emissionen der Fahrzeugflotten vorgenommen. Darüber hinaus wurde die Frage untersucht, inwieweit das Modellprojekt in den beteiligten Unternehmen im Hinblick auf Elektromobilität Prozesse organisationalen Lernens auslöst.

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