Südwestfälischer Elektromoblitätstag bei Infineon in Warstein - Minister Pinkwart mahnt zu Mut

NRW-Wirtschaftsminister eröffnet Veranstaltung zu Elektrofahrzeugen im gewerblichen Einsatz

Im sauerländischen Warstein fand gestern der "Südwestfälische Elektromobilitätstag - Elektrofahrzeuge im gewerblichen Einsatz" statt. Der für Wirtschaft zuständige NRW-Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart eröffnete die Veranstaltung mit einem fünfzigminütigen Grußwort, in dessen Rahmen er in freier Rede und so informativ wie auch kurzweilig einen Blick auf den aktuellen Stand von Mobilität, Elektromobilität und digitaler Infrastruktur warf, einen Ausblick in die Zukunft wagte und allen Beteiligten Mut machte, in ihren Anstrengungen nicht nachzulassen.

Minister lobt das Erreichte und mahnt dazu, nicht nachzulassen

Das E-Auto sei eine deutsche Erfindung und nicht die von Elon Musk, betonte Pinkwart. Deutschland habe das E-Auto in Vollendung gebaut und brauche die internationale Konkurrenz keineswegs zu fürchten. Dabei sei es jedoch wichtig, hierzulande auch weiterhin exzellente Ingenieursleistung mit ehrbarem Wirtschaftsstreben zu kombinieren. "Beim Elektroauto geht es nicht nur um die Frage des Brennstoffs, sondern es kommt noch etwas Anderes dazu: Das E-Auto kann mit weniger Teilen und schneller gebaut werden. Die E-Mobilität revolutioniert die Art, wie wir Autos bauen und sie danach verwenden. Das ist viel disruptiver, als andere Aspekte und fordert die Zuliefer-Industrie in besonderem Maß", so der Wirtschaftsminister.

Den Wandel begrüßen und ihn gestalten

"Die neuen Probleme (...in der Mobilität...) suchen sich neue Lösungen", erläuterte Pinkwart und betonte, dass sich auch der Verbrennungsmotor weiterentwickeln müsse. Er schloss mit der Aufforderung, die Elektromobilität voranzubringen und insgesamt eine positive Grundeinstellung zum Wandel an den Tag zu legen. "Was wir brauchen, ist Mut", so der Wirtschaftsminister.

ElektroMobilität NRW informierte über Fördermöglichkeiten

Unmittelbar im Anschluss an den Wirtschaftsminister gab Patrick Kügler von ElektroMobilität NRW den rund 260 Anwesenden einen Überblick über bestehende Fördermöglichkeiten für Elektromobilität. ElektroMobilität NRW betreute zudem einen Info-Stand direkt im Saal.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung präsentierten Referenten u.a. von Infineon, Mennekes, Ford und StreetScooter ihre Aktivitäten und Vorhaben im Bereich der Elektromobilität. So kündigte Georg Dreier von Ford ein vollelektrisches SUV mit einer Reichweite von 500 Kilometern für "in 14 Monaten" sowie "13 neue elektrifizierte Modelle weltweit bis 2020" an. Ford werde in den nächsten Jahren 4,5 Mrd.€ in E-Fahrzeuge investieren.

Gastgeber beeindruckt mit Statistik und MENNEKES-Vertreter begegnet Scheinargument

Mark Münzer vom Gastgeber Infineon erläuterte, dass "jedes auf der Welt produzierte Auto" Halbleiter aus dem Hause Infineon enthalte. Das seien im Durchschnitt 30 pro Fahrzeug. "Bei einem Mercedes dürfte das dann in den dreistelligen Bereich gehen."
Für die größte Erheiterung des Tages sorgte unzweifelhaft MENNEKES-MItarbeiter Alfred Vrieling, der in seinem Vortrag dem gerne und oft vorgetragenen Schein-"Argument" begegnete, Elektromobilität sei abzulehnen, weil man heutzutage ja noch nicht mit einem E-Auto in den Urlaub fahren könne. "Meine Frau möchte auch zweimal im Jahr zu IKEA, aber ich fahr' deshalb ja auch nicht das ganze Jahr mit nem LKW durch die Gegend."

Roland Schüren stellte sein Fahrzeug BV1 der Öffentlichkeit vor

Roland Schüren, Bäcker in 4. Generation und Elektro-Lieferfahrzeug-Selbsthilfe-Gruppe-Gründer, stellte im Rahmen der Veranstaltung das Ergebnis seiner Bemühungen rund um die Produktion eines auf die Bedürfnisse des Bäckerhandwerks zugeschnittenen Lieferfahrzeugs im 3,5-Tonnen-Bereich vor.
Es war die erste öffentliche Vorstellung des Fahrzeugs - wenn auch "nur" im Bild.
Der Wagen war erst zwei Tage zuvor geliefert worden.

Die Teilnehmerzahl und die Qualität der Referenten machten den Südwestfälischen Elektromobilitätstag zu einer hochinteressanten und kurzweiligen Veranstatung für alle Beteiligten.
Eine Fortsetzung ist überaus wünschenswert.

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