Laden

Über Ladezeiten, Ladeleistung, Steckdosen und Schnellladen

Elektrofahrzeuge können an jeder Steckdose geladen werden, also praktisch überall – nur dauert dies an einer haushaltsüblichen Steckdose mehr als 10 Stunden. Schneller geht es an Schnellladestationen, die erheblich mehr Leistung zur Verfügung stellen. Hier können
meist circa 80% der Batteriekapazität in nur 30 Minuten oder wenigerenormte  nachgeladen werden. Für private Garagen werden Wallboxes angeboten, mit denen die Batterie in wenigen Stunden geladen werden kann. Bis zu einer Leistung von 22 kW spricht man von „Normalladung“.

Normalladung, Schnellladung und genormte Stecker

Die Stecker zum Laden von Elektrofahrzeugen sind europaweit genormt. So wird für die Normalladung mit Wechselstrom (AC) der Typ-2-Stecker eingesetzt. Für die Schnellladung mit Gleichstrom (DC) wird der Combo-2-Stecker verwendet. Im Fahrzeug ist das Ladesystem abwärtskompatibel. Wenn ein Combo-2-Anschluss für die Gleichstromschnellladung verbaut ist, kann an diesen Anschluss auch der Typ-2-Stecker für die Normalladung angeschlossen werden. Daneben gibt es insbesondere für die Schnellladung außereuropäische Standards. Viele japanische Fahrzeuge können mit dem CHAdeMO-Stecker schnell geladen werden, während Tesla mit dem Supercharger ein proprietäres Schnellladenetz betreibt.
Auch kabellose Ladesysteme, die induktiv laden, werden immer weiter entwickelt.

Induktives Laden ohne Kabel

Laden ist einfach: Das Netzkabel einstecken, das Auto abschließen, um das Kabel zu sichern und den Ladevorgang zu starten. Die Ladesäule stellt den Strom bereit und das Fahrzeug steuert den Ladevorgang automatisch oder nach den Vorgaben des Fahrers. Bei einigen Fahrzeugen geht das über ein Lademenü, andere nutzen eine App, die auch jederzeit den Ladestaus anzeigen kann. Die Ladezeit hängt maßgeblich von der Kapazität der Batterie ab und der Ladeleistung, die die Ladesäule liefern kann. Eine normale Haushaltssteckdose liefert eine Ladeleistung von maximal 3,6 kW, eine Ladesäule oder Wallbox in der Regel 10 bis 22 kW, eine Schnellladesäule bis zu 170 kW.

Elektroladestation.

 

1.335 Ladepunkte in NRW

Laut einer Erhebung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) waren im September 2016 in Deutschland 6.517 Ladepunkte öffentlich zugänglich - 1.335 davon in NRW.
Eine Batterie mit einer Kapazität von 30 kWh bei einer Ladeleistung von 10 kW in circa 3 Stunden vollgeladen werden. In der Praxis dauert das etwas länger als rechnerisch möglich, da die meisten Ladesysteme die Leistung reduzieren, wenn 80% der Kapazität erreicht ist.

Ladezeiten individuell unterschiedlich

Die reale Ladezeit weicht zudem ab, da nicht jedes Automodell die von der Ladesäule bereitgestellte Leistung komplett nutzen kann und der Ladevorgang auch nicht immer konstant verläuft, sondern auch abhängig vom Zustand der Batterie und Umgebungstemperatur gesteuert wird.

Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

E-Fahrzeug an der Ladestation.


Der Ladeinfrastruktur kommt bei der Weiterentwicklung der Elektromobilität eine zentrale Rolle zu. Komfortables, leicht zugängliches und ebenso leicht abzurechnendes Laden sind unbedingte Voraussetzungen für eine schnelle Etablierung der Elektromobilität bei Bürgerinnen und Bürgern. Aus diesem Grund liegt ein Fokus der Arbeit von ElektroMobilität NRW auf diesem Teilbereich der Klima schonenden Mobilität.

LIS - Der Schlüssel zur breiten Etablierung der Elektromobilität

Um die positive Entwicklung in diesem Bereich weiter voranzutreiben, stellt die Bundesregierung in diesem Jahr 300 Mio.€ für die Förderung von Lade-Infrastruktur zur Verfügung. Die Richtlinie liegt derzeit der EU-Kommission zur Zustimmung vor. Mit dem neuen Programm fördert der Bund die Errichtung „öffentlich zugänglicher“ Normal- und Schnell-Lade-Infrastruktur mit einem oder mehreren Ladepunkten einschließlich des erforderlichen Netzanschlusses und der Montage. Ausgaben für Planung und Genehmigung sind ausgeschlossen.

Mit dem Gesamtbudget sollen bis 2020 mindestens 15.000 öffentlich zugängliche Ladestationen aufgebaut werden; davon sollen 10.000 als Normal-  und 5.000 als Schnell-Ladesäulen entstehen werden. Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln ist die Einhaltung einiger technischer und organisatorischer Standards. Gestaffelt nach Lade-Art sind Förderungen von jeweils 3.000-30.000€ pro Ladestation möglich.

Neues Förderprogramm kommt

Die Ladesäule muss bei der Bundesnetzagentur registriert werden und ihre Nutzung unabhängig von einem Versorgungsvertrag möglich sein. Die Bezahlung kann dann zum Beispiel einfach per Handy erfolgen. Ziel der Landesregierung ist ein dichtes Netz frei zugänglicher Ladepunkte in NRW. Das Auffinden und Nutzen von Ladesäulen muss mindesten so einfach werden wie das Betanken eines konventionellen PKWs, wenn auch der Ladevorgang der Batterie noch länger dauert.

Erster Ansprechpartner bei Fragen zur Förderung

Wir beraten Sie gerne, welche Möglichkeiten Elektromobilität bietet. Auch zu Fördermöglichkeiten und Fragen der Einrichtung von Ladepunkten geben wir Ihnen gerne Auskunft. Sprechen Sie uns an, wenn Sie eine Wallbox installieren oder eine Ladesäule errichten wollen oder sonstige Fragen rund um die Elektromobilität haben.
Wir werden Sie auf diesen Seiten stets auf dem neuesten Stand rund um das Thema Lade-Infrastruktur halten.

Hier können Sie unseren Flyer zur Lade-Infrastruktur herunterladen.


Ladekarte

Nordrhein-Westfalen verfügt im Bundesvergleich über eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur. 

Symbol Ladekarte.

Aktuell gibt es keine einheitliche Datenbasis für den Bestand der Ladeinfrastruktur (LIS) in Deutschland und NRW. Eine genaue Erhebung wird zukünftig durch die beschlossene Registrierungspflicht von neu installierter LIS bei der Bundesnetzagentur möglich.

Laut einer Erhebung des BDEW waren im Dezember 2016 in NRW 1.603 Ladepunkte öffentlich zugänglich. Laut GoingElectric.de rangiert NRW bei der Zahl der halb-öffentlichen und öffentlichen Ladepunkte mit 2.926 auf Platz 3.

Bei den Ladepunkten pro 1.000 km² wird Nordrhein-Westfalen nur von den Stadtstaaten übertroffen und steht somit an der Spitze der Flächenländer und liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt bei der Ladepunktdichte.

Ein umfangreiches Ladesäulenprogramm sieht vor, die flächendeckende Versorgung deutlich zu verbessern. Entlang der Hauptverkehrsachsen und in Ballungsräumen sollen Schnellladestationen eingerichtet werden. Zur Jahresmitte 2017 lag die Anzahl der Schnellladestationen bundesweit bei 622. Diese soll künftig weiter ansteigen. Ebenso soll das Normalladesystem adäquat ausgebaut werden. Ziel ist eine reichweitengerechte Dichte an Ladestationen, die für alle Kunden komfortabel zu nutzen sind.

Im Internet gibt es verschiedene Betreiber von Ladekarten, auf denen man den Standort und weitere Informationen zu Ladesäulen im Bundesgebiet abfragen kann.

Ein Anbieter ist zum Beispiel goingelectric.de, den Link zu dieser Ladekarte finden Sie hier.

Eine Übersicht über Schnellladepunkte gibt folgende Karte.


Ladesäule und Stecker

Es gibt vereinfacht gesagt zwei Varianten: Ladesäulen mit Wechselstrom und Schnelladestationen mit Gleichstrom.

Die Wallboxen für das Laden Zuhause arbeiten meist Wechselstrom, sie erreichen eine Ladeleistung von bis zu 44 kW und kosten um die 600 Euro plus Installation. Auch die meisten  Ladestationen im öffentlichen Raum arbeiten mit Wechselstrom, bis zu einer Ladeleistung von 22 kW spricht man von einer Normalladung. Schneller geht es mit Gleichstrom an Schnelladestationen, diese  erreichen bis zu 170 kW. Diese Schnelladestationen können über 20.000 EUR kosten. 

Wie bei den Handys gab es und gibt es immer noch verschiedene Arten von Steckern für die Elektroautos. Von der EU wurde der Typ-2-Stecker als Standard-Ladesteckverbindung festgeschrieben. In Deutschland spricht man auch vom   Mennekes-Typ-2-Stecker (nach dem Hersteller aus NRW). In einigen Ländern sind noch andere Stecker-Typen im Einsatz, der Neuausbau folgt aber in der EU der Vorgabe Typ-2.  Die Einigung über einen einheitlichen Gleichstromstecker für die Schnelladesäulen steht noch aus. 

Chademo und CCS

Als Standard für das Schnellladen mit Gleichstrom wird in der EU das Combined Charging System (CCS) eingeführt.  Es arbeitet mit Gleichstrom und erreicht somit höhere Stromstärken, bis zu einer Ladeleistung von 170 kW. CCS wird derzeit nur von wenigen Fahrzeugmodellen genutzt iund wird nur  als Sonderausstattung installiert. Der Ladestecker  entspricht dem Typ-2-Stecker mit zwei zusätzlichen Gleichstromkontakten. 

Ein anderes in Europa verbreitetes Gleichstrom-Schnellladesystem ist der aus Japan kommende CHAdeMO-Standard. CHAdeMO steht für "Charge for  Moving"  und kann mit Gleichstrom eine Ladeleistung bis 150 kW erreichen. Das System ist nicht mit CCS kompatibel, man braucht einen gesonderten CHAdeMO Stecker. Derzeit haben einge japanische und französische Fahrzeuge diesen Stecker.

Die Tankstelle zuhause oder am Arbeitsplatz

Grundsätzlich kann ein Elektrofahrzeug an jeder normalen Steckdose aufgeladen werden wie jedes andere Elektrogerät auch. Viele Nutzer, die Ihr Auto zuhause laden, tun dies aber an einer eigenen Ladestation der sogenannten Wallbox. Dies geht schneller als an einer normalen Haushaltssteckdose. Manche Arbeitgeber ermöglichen ihren Mitarbeitern auch das Laden am Arbeitsplatz. Stellt der Arbeitgeber den Strom kostenlos zur Verfügung, so gilt die nach dem Parlamentsbeschluss vom 18.05.2016 nicht als „geldwerter Vorteil“ für den Arbeitnehmer.

 

Für Fahrzeugbesitzer ohne eigenen Stellplatz werden derzeit Konzepte zum Laden an zentralen Ladeplätzen oder sogar an Laternen erprobt. Für das Laden im öffentlichen und halböffentlichen Raum gibt es in Deutschland ca. 6.270 Ladestationen. Es gibt Onlinetools, welche die  öffentlichen Ladestationen und deren Status anzeigen. Eine solche Ladekarte finden Sie auch weiter oben auf dieser Seite. 

EU und Bund haben Ladesäulenprogramme aufgelegt, die in Zukunft eine flächendeckende Versorgung mit Ladeinfrastruktur gewährleisten sollen.

Entlang der Hauptverkehrsachsen und in Ballungsräumen in Deutschland sollen zudem Schnellladestationen eingerichtet werden. Zukünftig werden alle Ladesäulen bei der Bundesnetzagentur registriert. Zugang und Art der Stecker sowie die Abrechnungsverfahren sind standardisiert. Ebenso wird es an jeder Ladesäule die Möglichkeit geben, elektronisch zu bezahlen, wie es an Supermarktkassen und Tankstellen üblich ist. Ziel ist es, eine reichweitengerechte Dichte an Ladestationen zu erreichen, die für den Kunden mindestens so komfortabel zu nutzen sind, wie eine konventionelle Tanksäule.

Strom Bezahlen mit Karte oder App

Stromkaufen können Sie in Deutschland aufgrund des Energiewirtschaftsgesetzes nur bei einem Stromanbieter, bei dem Sie an Kunde gemeldet sind, zum Beispiel einem der über 1000 Stadtwerke in Deutschland. Bezahlt wird per Rechnung entsprechend dem jeweiligen Hausstromvertrag. Aufgrund der vielen Stromanbieter gibt es leider noch kein einheitlich geregeltes Bezahlsystem für Ladesäulen. Eine weitere Herausforderung stellen die verschiedenen Zugangsberechtigungen zu den Stromtankstellen zum Beispiel in Form von Verträgen, Spezial-Schlüsseln, Karten oder auch Smartphone-Apps dar. 

Politisches Ziel ist es daher, hier schnellstmöglich eine deutschlandweite oder auch europaweite einfache Lösung zu finden. Es gibt bereits Dienstleister, die die Entwicklung solcher Systeme vorantreiben und die Angebote verschiedener Anbieter bündeln. Das sind zum Beispiel „Hubject“ und „Ladenetz.de“. Dann muss man nur noch Kunde eines der beteiligten Energieunternehmen oder Stadtwerks sein, um mit einer Karte oder Smartphone an allen Ladesäulen tanken zu können. 

Lösungen, die ein  einfaches Zahlen mit der Kreditkarte, EC-Karte oder auch über Paypal ermöglichen sind ebenfalls in Arbeit, und werden schon von einigen Stromanbietern angeboten. Ab 2017 wird das an allen neu errichteten Ladesäulen möglich sein.


Ladeeinrichtungen und ihre Leistung

Die Tabelle zeigt die verschiedenen Varianten von Ladeeinrichtungen.

 

HauslösungNormalladungAC-SchnellladungDC-Schnellladung
LadeeinrichtungHaushaltssteckdose oder WallboxWallbox bzw. LadesäuleWallbox bzw. LadesäuleSchnellladesäule
SteckerbeispielSchuKO-SteckerAutostromstecker (Typ-2-Stecker)Autostromstecker (Typ-2-Stecker)Combo-Stecker (Combined Charging System) oder ChAdeMO-Stecker
SpannungsartWechselspannung (AC) 1-phasigWechselspannung (AC) 1- oder 3-phasigWechselspannung (AC) 3-phasigGleichspannung (DC)
Ladespannung230 V230 V oder 400 V400 Vbis 850 V
Stromstärkebis 16 Abis 32 Abis 63 Abis 400 A
Ladeleistungbis 3,7 kWbis 22 kWbis 43,5 kWbis 170 kW
Ladezeitbis 12 hca. 1 hca. 30 min< 30 min.

Alle Werte beziehen sich auf eine Batterie mit der Kapazität von 22 kWh.


Induktives Laden

Etwas weiter in der Zukunft könnte das Laden auch schon ganz anders aussehen, als  heute – Sie parken und laden ganz ohne Ladesäule und Kabel. Oder Sie fahren langsam über eine gesonderte Spur auf einer Straße und Laden beim Fahren auf. 

Beim induktiven Laden wird die Energie über ein Magnetfeld durch die Luft übertragen. Zwei Spulen, eine im Auto und eine im Untergrund übertragen die Energie. Je näher und genauer die Spulen übereinander liegen, desto effizienter ist das System.

 

In der ersten Anwendung werden in Berlin und Braunschweig sogar schon Busse getestet, die an den Haltestellen induktiv laden. Für das induktive Laden sind noch einige Entwicklungsarbeiten nötig. Derzeit werden nur geringe Leistungen übertragen,  bei einem Wirkungsgrad von 93-95 %.