Flottenbetreiber setzen auf Elektromobilität

Neben dem Einsatz im privaten Bereich sind Elektrofahrzeuge auch für Flottenbetreiber ein sehr interessantes Themenfeld.

Neben dem Einsatz im privaten Bereich sind Elektrofahrzeuge auch für Flottenbetreiber ein sehr interessantes Themenfeld. Flottenbetreiber sind durch die Verwendung mehrere Fahrzeuge in einem bestimmten Anwendungsfeld gekennzeichnet. Flottenbetreiber können Unternehmen, Dienstleister und die Öffentliche Hand sein. Anwendungsfelder sind z.B. das CarSharing, der Lieferverkehr, der ÖPNV oder Dienstwagen. Die Anwendungsfelder zeigen ebenfalls auf, dass zur Bewältigung der unterschiedlichen Transportaufgaben verschiedene Fahrzeugsegmente – vom Kleinfahrzeug bis zum Nutzfahrzeug bzw. Bus – adressiert werden.
Fahrzeuge im Flottenbetrieb unterliegen mehr als im privaten Bereich einer stark kostengetriebenen Kalkulation, so dass sich auf Basis einer TCO-Berechnung (Total Cost of Ownership – Gesamtbetriebskosten) eine vergleichbare Kostenbilanz für Elektrofahrzeuge im Vergleich zu verbrennungsmotorisch angetrieben Fahrzeugen ergeben muss, damit die Elektromobilität hier in diesem Feld eine breite Anwendung findet. Allerdings spielen auch hier zunehmend Aspekte wie umweltfreundliches Image eine wichtige Rolle, die nicht direkt monetär erfasst und bewertet werden können.

Jede Installation wird individuell angepasst

„Unabhängig von der großen Zahl der Aufträge erfolgt die Abwicklung stets Standort-individuell“, erläutert Jochen Olivier, der Leiter des Gesamtprojekts rund um die Lade-Infrastruktur für den StreetScooter. aixACCT und die anderen Fach-Unternehmen leisten alle Arbeiten bis hin zur Arbeitsfähigkeit des Ladepunktes und darüber hinaus. „Wir übernehmen die komplette Installation, den Service und die Wartung. Dabei müssen unsere Reaktionszeiten extrem kurz sein“, beschreibt Jochen Olivier die Arbeit in Sachen StreetScooter. Wenn ein Ladepunkt defekt sei, müsse er noch am gleichen Tag repariert werden, um die volle Arbeitsfähigkeit der Zustellfahrzeuge zu garantieren.

Des Weiteren schafft der Gesetzgeber mit entsprechenden Regelungen, wie Sonderregelung für Elektrofahrzeuge in Dienstwagenflotten, Abschreibungsmöglichkeiten oder Umweltzonen einen Rahmen, der den Einsatz von Elektrofahrzeugen in Flotten wirtschaftlich und zukünftig teilweise unabdingbar machen.

Deshalb findet man bereits heute Elektrofahrzeuge in betrieblichen oder CarSharing Flotten. Ebenso werden im Verteilerverkehr elektrische Lieferfahrzeuge und im  ÖPNV Elektrobusse im Testbetrieb eingesetzt. Insbesondere auf planbaren und lokal eingegrenzten Streckenprofilen erzeugt der Einsatz von Elektrofahrzeugen im Flottenbetrieb bereits heute einen positiven Business Case. In NRW finden sich deshalb bereits heute zahlreiche Flottenbetreiber, die Elektrofahrzeuge in ihren Fuhrpark fest integriert haben. Dazu finden Sie nachstehend exemplarisch Flottenbetreiberlösungen – vom Fahrzeug bis zum Geschäftsmodell –, die aufzeigen, dass Elektrofahrzeuge in Flotten einen zunehmenden Marktanteil einnehmen.

Das Land NRW möchte ebenfalls seiner Vorbildfunktion nachkommen und hat sich zum Ziel gesetzt in den nächsten Jahren bis zu 10 % seines Fuhrparks mit Elektrofahrzeugen darzustellen.


1 Parkhaus mit Parkplatz, 29 Ladepunkten+PV-Anlage

1 Parkhaus mit Parkplatz, 29 Ladepunkten+PV-Anlage

Euskirchener Baugesellschaft (EUGEBAU) macht direkt Nägel mit Köpfen

Bei einer einhundertzehnjährigen deutschen Baugesellschaft wäre man von betont konservativem Verhalten wenig überrascht. Die Euskirchener Baugesellschaft (EUGEBAU) ist weit davon entfernt. Geschäftsführer Oliver Knuth erzählt derart engagiert und begeistert von der Wohnungswirtschaft, dass man unweigerlich neugierig wird, mehr davon zu erfahren.

Über 100 Jahre Firmengeschichte

Die EUGEBAU gehört zu 57% der Stadt Euskirchen mit ihren 56.000 Einwohnern und zu 42% dem Kreis. Das verbleibende eine Prozent befindet sich im Streubesitz. Nahezu im Minutentakt lässt Knuth Sätze fallen, die man vom Geschäftsführer einer städtischen Baugesellschaft eher nicht erwarten würde. „Wir bauen nur noch mit Geothermie“ ist nur einer davon. Knuth erläutert seine grundsätzliche Vorgehensweise im Job: „Wir schauen, was technisch momentan am spannendsten ist und befassen uns damit.“ Die EUGEBAU beobachtet die Branche sehr genau und mit großer Kenntnis und ist stets offen für Neues. So kam die Gesellschaft auch auf das Thema Elektromobilität.

Was ist technisch am spannendsten?

Eines der aktuellen Projekte ist der Bau eines Parkhauses mit Parkplatz und insgesamt 29 Ladepunkten für Elektrofahrzeuge. „Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage“, ergänzt Oliver Knuth beiläufig. Aus ihr soll später ein Teil des Strombedarfs für das Laden der Fahrzeuge gedeckt werden. Ein Parkhaus alleine zu bauen sei stumpf, so der Geschäftsführer. „Da lernt man nichts.“ E-Auto-Fahrer sollen kostenlos parken dürfen, wenn Sie auf dem Parkplatz oder im Parkhaus kostenpflichtig laden.

Bewusste Entscheidung, Gewerbesteuer zu zahlen

Die Entscheidung dazu, den Strom zu verkaufen, wurde nicht leichtfertig gefällt. „Als Unternehmen der Wohnungswirtschaft dürfen wir keinen Strom verkaufen – sonst werden wir nach § 9 Nr. 1 Satz 2 Gewerbesteuergesetz voll gewerbesteuerpflichtig“, erklärt der Jurist. Als gelernter Jurist gleitet der Mann elegant durch den Paragraphendschungel rund um die vielfältigen Gesetzesvorschriften in seinem Zuständigkeitsbereich.  „Ich habe gesagt: Ich nehme uns da raus. Wir zahlen Gewerbesteuer.“ Die EUGEBAU ist das einzige ihrem Geschäftsführer bekannte kommunale Wohnungsunternehmen der Wohnungswirtschaft, das dies tut. Dabei ist die Gewerbesteuer die wichtigste originäre Einnahmequelle der Gemeinden in Deutschland.

Platz sparen durch Deckenladesäulen

Um Parkraum zu sparen verfügt das Parkhaus nicht über eine Rampe im Inneren sondern über zwei separate Zufahrten auf beiden Etagen. Weiterer Parkraum wird dadurch gespart, dass ausschließlich Deckenladesäulen installiert werden. „Wir zahlen 2.600 € pro Ladepunkt“, erläutert Knuth. Backend und Billing System kommen von den Berliner Startups  Ebee Smart Technologies GmbH und  PlugSurfing GmbH Knuth fasst zusammen: „Im Einkauf liegt der Segen.“

„Im Einkauf liegt der Segen.“

„Unkonventionell“ beschreibt die Vorgehensweise der EUGEBAU bei ihren zahlreichen erfolgreichen Projekten wohl am treffendsten. Der Erfolg in seiner bisher zehnjährigen Tätigkeit in Euskirchen gibt Geschäftsführer Oliver Knuth Recht.

1 Parkhaus mit Parkplatz, 29 Ladepunkten+PV-Anlage

Euskirchener Baugesellschaft (EUGEBAU) macht direkt Nägel mit Köpfen


Bei einer einhundertzehnjährigen deutschen Baugesellschaft wäre man von betont konservativem Verhalten wenig überrascht. Die Euskirchener Baugesellschaft (EUGEBAU) ist weit davon entfernt. Geschäftsführer Oliver Knuth erzählt derart engagiert und begeistert von der Wohnungswirtschaft, dass man unweigerlich neugierig wird, mehr davon zu erfahren.

Über 100 Jahre Firmengeschichte

Die EUGEBAU gehört zu 57% der Stadt Euskirchen mit ihren 56.000 Einwohnern und zu 42% dem Kreis. Das verbleibende eine Prozent befindet sich im Streubesitz. Nahezu im Minutentakt lässt Knuth Sätze fallen, die man vom Geschäftsführer einer städtischen Baugesellschaft eher nicht erwarten würde. „Wir bauen nur noch mit Geothermie“ ist nur einer davon. Knuth erläutert seine grundsätzliche Vorgehensweise im Job: „Wir schauen, was technisch momentan am spannendsten ist und befassen uns damit.“ Die EUGEBAU beobachtet die Branche sehr genau und mit großer Kenntnis und ist stets offen für Neues. So kam die Gesellschaft auch auf das Thema Elektromobilität.

Was ist technisch am spannendsten?

Eines der aktuellen Projekte ist der Bau eines Parkhauses mit Parkplatz und insgesamt 29 Ladepunkten für Elektrofahrzeuge. „Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage“, ergänzt Oliver Knuth beiläufig. Aus ihr soll später ein Teil des Strombedarfs für das Laden der Fahrzeuge gedeckt werden. Ein Parkhaus alleine zu bauen sei stumpf, so der Geschäftsführer. „Da lernt man nichts.“ E-Auto-Fahrer sollen kostenlos parken dürfen, wenn Sie auf dem Parkplatz oder im Parkhaus kostenpflichtig laden.

Bewusste Entscheidung, Gewerbesteuer zu zahlen

Die Entscheidung dazu, den Strom zu verkaufen, wurde nicht leichtfertig gefällt. „Als Unternehmen der Wohnungswirtschaft dürfen wir keinen Strom verkaufen – sonst werden wir nach § 9 Nr. 1 Satz 2 Gewerbesteuergesetz voll gewerbesteuerpflichtig“, erklärt der Jurist. Als gelernter Jurist gleitet der Mann elegant durch den Paragraphendschungel rund um die vielfältigen Gesetzesvorschriften in seinem Zuständigkeitsbereich.  „Ich habe gesagt: Ich nehme uns da raus. Wir zahlen Gewerbesteuer.“ Die EUGEBAU ist das einzige ihrem Geschäftsführer bekannte kommunale Wohnungsunternehmen der Wohnungswirtschaft, das dies tut. Dabei ist die Gewerbesteuer die wichtigste originäre Einnahmequelle der Gemeinden in Deutschland.

Platz sparen durch Deckenladesäulen

Um Parkraum zu sparen verfügt das Parkhaus nicht über eine Rampe im Inneren sondern über zwei separate Zufahrten auf beiden Etagen. Weiterer Parkraum wird dadurch gespart, dass ausschließlich Deckenladesäulen installiert werden. „Wir zahlen 2.600 € pro Ladepunkt“, erläutert Knuth. Backend und Billing System kommen von den Berliner Startups  Ebee Smart Technologies GmbH und  PlugSurfing GmbH Knuth fasst zusammen: „Im Einkauf liegt der Segen.“

„Im Einkauf liegt der Segen.“

„Unkonventionell“ beschreibt die Vorgehensweise der EUGEBAU bei ihren zahlreichen erfolgreichen Projekten wohl am treffendsten. Der Erfolg in seiner bisher zehnjährigen Tätigkeit in Euskirchen gibt Geschäftsführer Oliver Knuth Recht.


Eine Ausfallquote im Promillebereich - die Erfolgsgeschichte von aixACCT

Eschweiler Unternehmen leistet nahezu Unglaubliches

Es ist eine beinahe märchenhafte Geschichte. Noch vor nur zwei Jahren lag der Schwerpunkt des Eschweiler Unternehmens aixACCT auf Prüfständen und Beschichtungstechnik.
„Heute installieren wir 60 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge – pro Woche“ erläutert Dr. Stephan Tiedke, einer der beiden Geschäftsführer aixACCT mechatronics.

Installation von 60 Ladepunkten pro Woche

Auslöser für diese rasante Entwicklung war der StreetScooter – ein vollelektrisches Lieferfahrzeug, das seine Anfänge als Projekt an der RWTH Aachen begann und schließlich von der Deutsche Post/DHL gekauft wurde und bereits eingesetzt und zudem ständig weiterentwickelt wird. Kürzlich begann der Vertrieb an Dritte.

StreetScooter ab sofort auch für Dritte zu haben

Überall dort, wo der StreetScooter zukünftig fährt, zeichnet aixACCT für die komplette Installation der Lade-Infrastruktur verantwortlich. „Wir haben jeglichen Schnick-Schnack weggelassen und ein vollkommen funktionales System gebaut.“ Der Schlüssel zur reibungslosen Erledigung dieser vielschichtigen Aufgabe ist die Zusammenarbeit aller daran beteiligten Gewerke unter dem Dach des Eschweiler Unternehmens.

Hohe Variabilität – besonders hohe Flexibilität

„Wir funktionieren anders als große Unternehmen“, erklärt Dr. Tiedke. „Unsere Variabilität ist deutlich höher. Wir verfolgen ein modulares Konzept und haben uns bei dem Auftrag damals gegen 13 Konkurrenten durchgesetzt – über eben dieses Konzept.“ Bedingt durch die hohen Anforderungen der Installationen sei besonders hohe Flexibilität gefragt.

Individuelles Arbeiten – Just in time

Dadurch, dass mehrere Gewerke Hand in Hand arbeiten, ist der Druck, die jeweiligen Arbeiten absolut termingerecht durchzuführen, sehr hoch. „Das Gewerk, das nachkommt, darf nicht aufgehalten werden“, erklärt Dr. Tiedke die besondere Herausforderung.


aixACCT ist dabei in ganz Deutschland unterwegs, „von Stralsund bis Friedrichshafen und von Aachen bis Frankfurt/Oder. Jeden Tag sind 30 Mitarbeiter in ganz Deutschland unterwegs. 15 sind am Firmensitz im Einsatz.“ Die Eschweiler haben bisher rund 2.000 Ladepunkte installiert und es gab bisher sechs Ausfälle. Das entspricht einer Ausfallquote von 0,003%

Ausfallquote: 0,003%

„Wir arbeiten schon seit vielen Jahren sehr erfolgreich mit unseren Partner-Unternehmen aus dem Stahlbau und dem Elektro-Bereich zusammen“, freut sich Dr. Tiedke. „Das ist Lade-Infrastruktur aus einer Hand. Der gemeinsame Wille aller schweißt uns zusammen. Es gibt bei uns eine besonders hohe Identifikation mit der Firma. Fluktuation gibt es in unserem Unternehmen nicht.“
Das wäre angesichts dieser Erfolgsgeschichte auch eine große Überraschung.


Elektromobilität bei Henkel in Düsseldorf

Elektrifizierung eines Firmengeländes, so groß wie ein kleiner Stadtteil

Elektromobilität gehört bei Henkel in Düsseldorf schon lange zum Firmen-Alltag - und der Weltkonzern elektrifiziert seine Flotte kontinuierlich weiter. Michael Roling ist Leiter der Bereiche Mechanische Werkstätten & Infrastruktur Technik und begleitet diese Entwicklung. Wir haben mit ihm gesprochen.
Tag für Tag arbeiten insgesamt rund 5.500 Henkel-Mitarbeiter auf dem 135 Hektar großen Gelände der Konzern-Zentrale in Düsseldorf und nutzen dabei rund 140 interne Fahrzeuge. Diese Unternehmensflotte wird zunehmend elektrifiziert. Verantwortlich dafür ist Michael Roling, Leiter Mechanische Werkstätten & Infrastruktur Technik bei Henkel. „Elektromobilität ist bei uns ein übergreifendes Thema“, erklärt er. Denn Henkel ist als Hersteller spezieller Klebstoffe auch selbst Automobil-Zulieferer.

Vom Karren zum Kangoo

Als eines der führenden Nachhaltigkeitsunternehmen im Chemie- und Konsumgütergeschäft beschäftigt sich das Unternehmen schon lange mit dem Thema Elektromobilität. Tatsächlich gibt es sie bei dem Düsseldorfer DAX-Unternehmen bereits seit den siebziger Jahren. „Das waren damals kleine „Karren für den Material-Transport““, erklärt Michael Roling. 2012 prüfte man den Einsatz von Elektro-PKW für das Unternehmen – mit klarem Ergebnis. Schnell folgten die Aufstellung erster werksinterner Ladesäulen und die Beschaffung der ersten Elektroautos. „Das waren sechs Renault Kangoos“, erinnert sich Roling. Bald darauf erfolgte der Ausbau der Lade-Infrastruktur an der Werksgrenze in Kooperation mit den Stadtwerken Düsseldorf.

Firmentradition in Sachen Elektromobilität

Die Bedingungen für den Einsatz für Elektromobilität könnten bei Henkel kaum besser sein. Ausgestattet mit einem eigenen, hoch effizienten Kraftwerk zur Stromerzeugung und einer gezielt ausgebauten Lade-Infrastruktur, verfügt der Standort über nahezu ideale Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Einsatz von Elektromobilität. Dementsprechend positiv habe sich alles entwickelt, so Roling. Derzeit gibt es acht Ladepunkte an den Werksgrenzen, die öffentlich zugänglich sind und 24 Ladepunkte auf dem Gelände, die alle an ein Energie-Managementsystem angeschlossen sind. Genutzt werden die Ladepunkte unter anderem von den insgesamt 22 zum größten Teil intern genutzten Elektrofahrzeugen. Der stärkste Nutzer sind die Werkstätten, welche die Autos für ihre Service-Fahrten verwenden, der Werksschutz sowie die Objektbetreuer des weitläufigen Henkel-Geländes.

 

Vor jeder Anschaffung wird die Einsatzfähigkeit von Elektromobilität geprüft
Die Entwicklung hin zur Elektromobilität ist bei Henkel mittlerweile so weit fortgeschritten, dass vor jeder Fahrzeug-Beschaffung geprüft wird, ob der Einsatz von Elektromobilität möglich und sinnvoll ist. Für längere Fahrten außerhalb des Firmengeländes wird seit kurzem ein Hybrid-Fahrzeug eingesetzt. Mittlerweile können auch Elektrofahrzeuge als Dienstwagen geleast werden.

Henkel plant den Ausbau der eigenen Elektromobilität

„Wir werden die Elektromobilität weiter ausbauen“, blickt Michael Roling in die Ferne – aber nicht allzu weit. „Noch in diesem Jahr werden wir fünf neue Elektrofahrzeuge anschaffen und den Ausbau bei PKW und leichten Nutzfahrzeugen weiter vorantreiben.“ Die beeindruckende Flotte von rund 500 Flurförderzeugen, die bei Henkel in Düsseldorf über das Werksgelände fahren – zum Beispiel Gabelstapler – ist übrigens schon fast komplett elektrifiziert. So können der Umwelt zuliebe große Mengen CO2 eingespart werden.


Alle Akteure Hand in Hand

In Dortmund funktioniert das Zusammenspiel von Verwaltung, Bürgerinnen und Bürgern sowie Forschung & Entwicklung in Sachen Elektromobilität ganz besonders gut.

Optimale Zusammenarbeit aller Beteiligten

Dortmund ist in Nordrhein-Westfalen in Sachen Elektromobilität sehr gut aufgestellt. Hauptgrund dafür ist die sehr gute Zusammenarbeit aller maßgeblichen Akteure, die notwendig sind, um bestehende Hürden zu überwinden und Innovationen – wider anfängliche Schwierigkeiten – offen entgegen zu treten.

Stadt – Hochschulen – Bürgerinnen und Bürger gemeinsam

Eine wichtige Schnittstelle dieser Kooperation ist Kurt Pommerenke. Er zeichnet als Projektmanager Energie & Umwelt bei der Wirtschaftsförderung Dortmund für die Geschäftsstelle Masterplan Energiewende sowie die Geschäftsstelle Lenkungskreis Elektromobilität verantwortlich. „Dortmund hat schon sehr lange eine Affinität zur Elektromobilität – über 100 Jahre“, sagt Pommerenke mit einem Augenzwinkern. Gemeint sind die Straßenbahnen, die bereits so lange durch die Stadt fahren.

Großes bürgerschaftliches Engagement und Unterstützung durch die Politik

Ein Grundpfeiler des hiesigen Erfolgs der Elektromobilität sei das gute bürgerschaftliche Engagement. Den Anfang machte ISOR, die Initiative Solarmobil Ruhr e. V. „Es war das Verdienst des damaligen ISOR-Vorsitzenden, Herrn Petrusch, dass das Thema Elektromobilität damals hier in Dortmund angeschoben wurde“, erinnert sich Kurt Pommerenke. Das war bereits 1989. Als die Bundesregierung 2008 beschloss, die Elektromobilität in großem Stil zu fördern, war das die Initialzündung. „Die Hochschulen haben sich damals bereits damit beschäftigt.“

Ein Oberbürgermeister mit Klimaschutz- und Stadtplaner-Hintergrund

„Als weiterer Glücksfall kam dazu, dass wir mit unserem jetzigen Oberbürgermeister Herrn Sierau einen international denkenden Raumplaner haben, der  neben anderen Themen den Klimaschutz, die Nachhaltigkeit oder die Bürgerbeteiligung eine große Bedeutung beimisst.“ Ullrich Sierau war vor seiner Wahl zum Stadtoberhaupt u. a. Direktor des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (ILS) in Dortmund und wurde dann Umwelt- und Planungsdezernent der Stadt Dortmund. Bei seinem letzten Wahlkampf nutzte er – konsequent und werbewirksam – ein Elektro-Auto. Auf dieser Basis verläuft die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten bis heute äußerst fruchtbar und reibungslos. „Auch die Lokalpresse berichtet wohlwollend“, ergänzt Pommerenke.

Engagierte Hochschulen und Aktivitäten auf Landes-Ebene

Parallel zu diesen positiven Entwicklungen nahm die Wirtschaftsförderung Kontakt zu den Hochschulen auf. „Eine unserer damaligen Hauptaufgaben war das Technologie-Scouting“, erklärt Pommerenke. Als ein Ergebnis dieser Bemühungen kooperierten die TU Dortmund und die damalige RWE eng bei der Durchführung mehrerer Elektromobilitätsprojekte, die mit hohen Summen gefördert wurden. Auch die Fachhochschule nahm sich des Themenkomplexes Elektromobilität an. Diesen Prozess begleitend brachte man sich früh auf Landes-Ebene in Gremien rund um die Elektromobilität ein. „Ein wichtiger, unterstützender Faktor war und ist die Tatsache, dass der Klimaschutz in Dortmund von großer Bedeutung ist. Die Stadt hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, ihren CO2-Ausstoß 2020 um 40% im Vergleich zu 1990 zu reduzieren.“

Zentrales Gremium Lenkungskreis und stetiger Ausbau der Lade-Infrastruktur

Mit dem Lenkungskreis Elektromobilität existiert in Dortmund ein klar definierter Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Elektromobilität, in dem Spezialisten für jeden einzelnen Bereich vertreten sind und in dem gemeinsam Ideen zum Thema entwickelt werden. Dortmund hat die Zahl seiner Ladepunkte von 2009 bis heute auf rund 200 verzehnfacht und die PKW-Flotte der Stadt wird Stück für Stück weiter elektrifiziert. „Ich sehe die Zukunft der Elektromobilität optimistisch“, schließt Kurt Pommerenke. „Es wird ein paar Jahre länger dauern, aber es ist eine langsame Steigerung festzustellen. Wir befinden uns am Beginn des Markthochlaufs.“ Zunehmende Probleme mit der Luftreinhaltung könnten der Elektromobilität einen zusätzlichen Aufschwung bescheren. „Einen weiteren richtigen Schub wird´s dann geben, wenn wir zum Autonomen Fahren kommen.“